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Jüterbog im Wandel der Zeiten

Die hier zu sehenden Bilder umfassen den Zeitraum von 1860 bis in die Gegenwart.
Sie geben einen kleinen Einblick wie sich die Stadt im Laufe der Zeit gewandelt hat.

Die Stadtore von Jüterbog

Die im Mittelalter entstandene Stadtbefestigung umfaste auch den Bau von drei Stadttoren die den Zugang zur Stadt ermöglichten. Den Durchlaß nach Norden bildete das Zinnaer Tor, nach Osten mußte das Neumarkttor passiert werden und nach Westen hin war das Betreten und Verlassen der Stadt über das Dammtor möglich. Auf Grund der nur schlecht zu passierenden feuchten Nutheniederung im Süden, wurde auf den Bau eines weiteren Tores verzichtet.
Alle drei Stadttore waren ursprünglich als Doppeltore erbaut worden. So mußte vor dem eigentlichen Tor zur Stadt ein äußeres Tor passiert werden, an dass sich eine eng gehaltene, von Mauern eingefaßte Straße anschloß, die auf das innere Tor zulief. Die inneren Stadttore besaßen schwere Türen, eventuell ein Fallgitter oder vielleicht sogar eine Zugbrücke. Jedes der drei inneren Stadttore wurde durch zwei Türme beschützt, die teilweise auch noch erhalten sind und inzwischen auch restauriert wurden.
Dem mit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmenden Verkehr fielen dann Teile der Jüterboger Stadttore zum Opfer und wurden abgerissen. Nur der durch Karl Friedrich Schinkel beeinflußten preußischen Denkmalpflege ist es zu verdanken, dass die Toranlagen nicht im Gesamten abgerissen wurden.
Noch heute hängt an jedem Stadttor eine Keule. Im Mittelalter ein Symbol dafür, dass die Stadt die peinliche und Halsgerichtsbarkeit ausüben durfte. Später wurde die Keule mit einen Spruch ergänzt.
Wer seinen Kindern gibt
das Brodt und leidet nach=
mals selber Noth, den schlage
man mit der Keule todt.
Der Spruch wurde noch zu Zeiten vor der Reformation hinzugefügt. Verschiedene Interpretationen einer Sage geben den Ursprung des Textes an. Lange Zeit war er in vielen deutschen Schulbüchern vertreten.
Die mit einem * versehenen Datierungen ließen sich nicht eindeutig ermitteln und sind aus Vergleichen mit anderen Aufnahmen, oder unter Auswertung der Motive geschätzt.
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Das Dammtor
Dammtor ca. 1920 Dammtor ca. 1935 Dammtor ca. 1941
um 1920 um 1935 um 1941
Dammtor ca. 1956 Dammtor 2004
um 1956 2004
Das Dammtor ist das am besten erhaltene von den drei Stadttoren Jüterbogs. Sein imposantes Erscheinungsbild sollte die städtische Macht demonstrieren.
Nach dem Stadtbrand von 1478 wurde auch das Dammtor bis zum Jahr 1511 wieder neu aufgebaut. Zwar wurde das Innentor 1851 abgerissen da ein Standbild von Fiedrich Wilhelm III. nicht hindurch passte, aber ein Teil der Mauern welche die Straße zwischen äußerem und innerem Tor säumten und die beiden Türme die es schützen sollten sind erhalten geblieben.
Seinen Namen erhielt das Dammtor von der Siedlung Damm die vor dem Tor lag.
Das Neumarkttor
Neumarkttor um.1900 Neumarkttor ca. 1930 Neumarkttor ca. 1940
um 1900* um 1930 um 1940
Neumarkttor 2005 Neumarkttor 2005
2005 2005
Auch vom Neumarkttor steht heute nur noch das Außentor. Das innere Tor wurde im Jahr 1840 abgerissen. 1909 wurde dann auch noch ein kleiner viereckiger Ziegelturm abgerissen. Erhalten geblieben ist der sogenannte Eierturm der die Flanke des Neumarkttores schützte. Sein Name wird von seinem ovalen Grundriß hergeleitet.
1970 wurde dann eine lange - seit 1937 - geplante Verlegung des Straßenverlaufs um das Neumarkttor herum realisiert.
Der Name Neumarkttor leitet sich von der Vorstadtsiedlung Neumarkt ab, die erst 1952 nach Jüterbog eingemeindet wurde.
Das Zinnaer Tor
Zinnaer Tor um 1860 Zinnaer Tor um 1900 Zinnaer Tor 40er Jahre
um 1860 nach 1897 40er Jahre*
Zinnaer Tor 2003
2003
Das Zinnaer Tor ist das einzige Stadttor bei dem das Innentor bis heute erhalten geblieben ist. Das Außentor wurde allerdings auch abgerissen.
Wie die beiden anderen Stadttore, ist auch das Zinnaer Tor nach dem großen Stadtbrand von 1478 in seiner heutigen Form errichtet worden. Allerdings erfuhr es laufe der Zeit auch einige Umbauten. 1886 wurde der Torbogen von der Stadt abgerissen, da er für den Straßenverkehr zu niedrig wurde. Die Regierung hatte dazu jedoch keine Erlaubnis erteilt und so wurde er 1889 wieder aufgebaut, wenn auch mit einer größeren Durchfahrtshöhe.
Im großen Rundturm des Zinnaer Tores befand sich ein Verlies, dass nur über das Obergeschoß zugänglich war. Im Sommer 1933 wurde ein Durchbruch für Fußgänger hergestellt. Dabei fand man im Verlies noch einen Wasserkrug.

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