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Das Südamerikabecken

Mein Südamerikabecken ist mein erstes "großes Becken". Hier erst mal Angaben zum Becken und zur eingesetzten Technik.

Größe: (LxBxH/l) 150 x 50 x 50 / 375 l
Beleuchtung: zwei HQL-Strahler umschaltbar 80/125 Watt
Außenfilter: 950 l/h (650 l/h)
  • Vorfilter
  • Oberflächenabsauger
Innenfilter: 500 - 1000 l/h
Wasseraufbereitung: Osmoseanlage / Torffilterung
Besonderheiten: CO2 - Anlage mit Nachtabschaltung

Wasseraufbereitung für südamerikanische Weichwasserfische.

Dieses Becken habe ich im November 2002 in Betrieb genommen. Da ich dem bisherigen Becken von 200 l Inhalt Apistogramma borellii pflegte hatte ich das Aquarienwasser auf eine Gesamthärte von ca. 5° dGH und einer Kabonathärte von ca. 2-3° KH eingestellt. Dazu hatte ich bisher immer eine selbst gebaute Vorrichtung benutzt, mit der das Leitungswasser vor dem Einfüllen ins Becken über Torfgranult filterte wurde. Die Methode war für die benötigten Wassermengen durchaus praktikabel (eine genaue Beschreibung finden Sie auf meinen Internetseiten www.apistogramma-info.de).
Jetzt ergab sich jedoch die Schwierigkeit, dass die in Zukunft aufzubereitenden Wassermengen mit diesem Verfahren nicht mehr zu bewältigen waren. Das Befüllen des Beckens wäre mit erheblichem Zeitaufwand sicher noch möglich gewesen, aber da sowieso eine Einlaufphase von 3 Wochen vorgesehen war entschloß ich mich anders vorzugehen. Ich füllte das Leitungswasser direkt aus der Leitung ins Aquarium und filterte es über zwei Außenfilter die ich komplett mit Tortgranulat bestückt hatte. Wie erwartet verfärbte sich das Wasser nach einigen Tagen zunehmend bräunlich, Gesamt- und Karbonathärte sowie der pH-Wert sanken auf die gewünschten Werte.
Die nach der Einrichtung des Aquariums eingefüllte Wassermenge betrug ca. 240 l. Der wöchentliche Wasserwechsel sollte also etwa bei 60 l liegen. Das stellte mich vor ein Problem. Wie sollte ich wöchentlich 60 Liter Leitungswasser mit einer Gesamthärte von 20° dGH in ein Wasser verwandeln, dass beim Einfüllen ins Aquarium nicht die gesamte Wasserchemie durcheinander brächte?
Ich entschied mich für die Anschaffung einer Osmoseanlage. Von allen möglichen Alternativen schien mir das die für mich beste und effektivste zu sein. Die Senkung der Wasserhärte auf 0 war also kein Thema mehr. Das neue Problem war, 0° dGH ist für jedes Lebewesen im Becken absolutes Gift. Über kurz oder lang würden alle Fische sterben. Ich setzte also Aufhärtesalze ein, was auch recht einfach ist und schnelle die gewünschten Ergebnisse bringt. Eine andere, recht einfache und vor allem preiswert Möglichkeit ist das Verschneiden. Hierbei sollte aber darauf geachtet werden das, dass verwendete Leitungswasser frei von Schadstoffen ist.(Genaue Anleitung zum Verschneiden von Leitungswasser siehe www.apistogramma-info.de.)
Die im Becken gepflegten Arten sind in Natur überwiegend in Schwarzwassergewässern beheimatet. Und so sollte das Wasser im Aquarium natürlich auch ein von Huminsäuren braun gefärbtes Aussehen haben. Meine Überlegung, ein aufgehärtetes aber klares Osmosewasser würde bei jedem Wasserwechsel das Gleichgewicht im Becken gehörig durcheinander bringen. Um dem vorzubeugen filtere ich das Osmosewasser über einen alten Thermoaußenfilter der wieder völlig mit Torfgranulat gefüllt wird - nach meinen Erfahrungen ist Torfgranult für diesen Zweck effektiver als Fasertorf und ein Austausch des Torfgranulats ist höchstens alle 4 bis 5 Monate notwendig. Innerhalb einer Woche färbt sich das Wasser dann ansprechend bräunlich und der pH-Wert stellt sich auf einen Wert von ca. 6-6,5 ein.
Im Anschluß hier noch einmal die Möglichkeiten der Wasseraufbereitung in der Gegenüberstellung. Welches Verfahren das sinnvollste ist muß nach den jeweiligen Gegebenheiten entschieden werden.
Wasser für Weichwasserfische - Wasserenthärtung
Osmoseanlage Mischbettfilter Torffilterung
  • vergleichsweise geringe Anschaffungskosten
  • gute Ergebnise
  • ca. 100 Liter/24h
  • hoher Restwasseranteil 1:4
  • Wasser muß wieder aufgehärtet werden
  • keine Wasserverluste bei der Aufbereitung
  • günstigerer Preis pro Liter aufbereitetem Wasser als bei der Umkehrosmoseanlage
  • sehr gut geeignet für größere Mengen
  • kein totes Wasser (ein geringer Anteil an organischer Moleküle bleibt erhalten)
  • hohe Anschaffungskosten
  • Regenerierung der Harze notwendig
  • kann überall eingesetzt werden
  • geringe Anschaffungskosten
  • kann in die Filterung des Beckens integriert werden
  • Schwankungen der Wasserchemie möglich
  • nur bei kleineren Mengen effektiv
Vorteile    Nachteile
Abschließend sei hier noch erwähnt, dass es auch zahlreiche Produkte - die teils chemisch oder auch biologisch arbeiten - im Handel gibt, welche die Wasserhärte herabsetzen oder den pH-Wert senken.

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